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Archive for the ‘Politik’ Category

Barack Obama in Berlin

Ob wohl jemals so ein Trubel um einen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten geherrscht hat? Und das in Deutschland, gut vier Monate vor den Wahlen?

Ich hatte mich ja schon gefragt, was der nette Herr so wichtiges zu sagen hatte, dass er dafür im Rahmen einer ausgedehnten Reise um die ganze Welt fliegt. Und so ganz bin ich auch noch nicht dahinter gekommen, nachdem ich die Rede vorhin live auf CNN gesehen habe. (Das Risiko, bei der ARD eine Rede mit Simultanübersetzung mitzubekommen, wollte ich umgehen)

Letztendlich war das, was er präsentiert hat, kein Wahlkampf. Aber der Mann scheint einiges vorzuhaben. Nachdem er quasi jeden Krisenherd auf diesem Planeten mindestens einmal erwähnt hat, folgte die schlussendliche Feststellung: Jeder, der unseren westlichen Lebensstil genießen will, muss auch etwas dafür tun. Damit meint er dann wohl sicher Amerika, aber mindestens genau so sicher meint er damit uns deutsche, die wir ja scheinbar doch oft - so stellte er das zumindest dar - vom amerikanischen Wohlwollen profitiert haben. Und es wäre ja zumindest möglich, dass westlich des Großen Teichs die Meinung entstanden ist, wir würden uns gerne mal vornehm zurückhalten und Anderen die Arbeit überlassen.

Aber wie es so schön heißt: Erst die Socken, dann die Schuhe. Barack Obama ist noch lange nicht Präsident. Wenn morgen Wahlen wären, hätte er wohl gute Karten. Aber in vier Monaten kann noch viel passieren. John McCain wird’s wissen.

Es ist soweit

Ein Gesetzentwurf gegen “Killerspiele” ist nun in den Bundestag eingebracht worden. Wenn das durchkommt, werden wir wohl demnächst alles verbieten müssen, was menschenverachtend ist. Gehänselt werden in der Schule, Disco-Türsteher, und so manches mehr.
Ich lasse mich jedenfalls nicht von der Meinung abbringen, dass Amokläufe und andere Gewaltausbrüche wesentlich stärker von anderen Faktoren begünstigt werden. Amokläufe gab es jedenfalls schon, bevor man sich virtuell schlagen, erstechen oder erschießen konnte.

Ähnliches Beispiel: Gewalt bei Fußballspielen in Italien. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass bei den “Geisterspielen”, die am kommenden Wochenende stattfinden werden, alle Hooligans einfach zu Hause bleiben.

Anstatt jedenfalls solch zweifelhafte Gesetzesvorschläge zu machen, sollten wir auch mal richtig sinnvolle Gesetze zur Abstimmung bringen, wie zum Beispiel dieses. Von wegen Handys am Steuer sind gefährlich… :-P

9. Erlanger Technikgespräch

Heute war Prof. Dr. Wan Gang zu Gast, seines Zeichens Präsident der Tonji-Universität Shanghai.

Die Siemens-Medicare-Kantine war wohl bis zum letzten Platz gefüllt, und wir waren uns nicht wirklich einig, warum das so war. Nicht dass wir uns von dem Vortrag die absolute Erleuchtung versprochen hätten (ich jedenfalls nicht), aber alles was mit China zu tun hat, scheint allgemein doch auf sehr großes Interesse zu stoßen.

So fand ich es etwas schwer, dem Vortrag mit dem Titel “China - Auf dem Weg zum Innovationsstandort” zu folgen, was wohl auch an den sprachlichen Fähigkeiten des Redners lag. Nicht dass er gar nichts rüberbringen konnte, aber er selbst begann seinen Vortrag mit den Worten “Ich habe hier schlechte, englische Folien und noch schlechtere, deutsche Folien - also mache ich den Vortrag auf deutsch mit englischen Folien.”

Inhaltlich haben sich bei mir nur ein paar Fakten festgesetzt, z.B. dass China zwar sein Bruttoinlandsprodukt jährlich um 10% steigert, davon widerum aber mehr als die Hälfte für die Entstehung neuer Arbeitsplätze investieren muss, um bei mit immer noch vorherrschenden Bevölkerungsentwicklung mithalten zu können.

Und auch zum Thema “Schutz des geistigen Eigentums” hatte er etwas zu berichten. Es ist wohl gar nicht mehr so, dass in China alles nur nachgebaut wird. Viele Institutionen und Unternehmen haben mittlerweile eingesehen, dass sie nur durch eigene Forschung wirklich Innovationen schaffen, und die brauchen sie auch.

Allein um ihren eigenen Energiebedarf zu decken. Wie schon geschrieben boomt die Wirtschaft in China unvorstellbar, aber es ist durchaus absehbar, dass bei weiteren Steigerungen die natürlichen Ressourcen die Leistungsgrenze der chinesischen Wirtschaft bestimmen.

Also forschen sie. Alternative Antriebskonzepte für Kraftfahrzeuge, Nutzung von Brennstoffzellen, und vieles mehr.

Wer mehr wissen möchte, kann sich demnächst unter technikgespraeche.de das Audio-File seines Beitrags anhören.
Des weiteren empfehle ich auch, öfter mal einen Blick auf die Ankündigung des nächsten Vortrags zu werfen - ich finde, es ist doch schon interessantes dabei gewesen.

Ich bin gefährlich

Ja, ganz richtig gelesen. Ich spiele etwa einmal im Monat CounterStrike. Und ich stehe dazu. Ebenso stehe ich zu der Idee, die wir zu Schulzeiten hatten. Unsere Schule als CounterStrike-Map nachzubauen. (Ich glaube jeder CS-Spieler, der zur Schule geht, hatte die Idee schon mal.) Die Uni wollten wir auch nachbauen, aber das führt jetzt zu weit…

Jedenfalls rennt nicht jeder Schüler, der schon mal CS gespielt hat, irgendwann mit Schusswaffen und Sprengsätzen am Körper in seine (ehemalige) Schule und fängt an, wild um sich zu schießen.

Die gewählten Vertreter unseres Volkes (ich finde die Bezeichnung toll - ich glaube, ich werde sie in Zukunft immer verwenden) sehen das natürlich anders. Und können Ihren Wählern jedes Mal, wenn so etwas wieder passiert, wieder die gleiche Leier vorbeten. “Killerspiele” (super Begriff…) machen alle Spieler zu willenlosen Zombies.

Aber mal die Hintergründe zu überprüfen, darauf kommt wieder keiner. Dass der gute Junge vielleicht einfach so Probleme mit sich und/oder Anderen hatte und vielleicht auch ohne Computerspiel das getan hätte, was er gestern getan hat. Dass vielleicht seine Eltern in der Erziehung versagt haben? Will ja niemandem was unterstellen, aber es wäre ja möglich…

Stattdessen hören wir aber immer das gleiche Profiliergehabe, von wegen “wir müssen solche Spiele verbieten”, “wir dürfen soetwas in unserer Gesellschaft nicht dulden” und und und. Dass aber gerade gewählte Volksvertreter nicht in der Lage sind, zwischen mehr als Schwarz und Weiß zu unterscheiden, macht mich wütend. Und ich frage mich, ob so beschränkte Sichtweisen uns auf Dauer weiterbringen.

Schicht im Schacht

Wann denn nun? Ich lebe ja im Bundesland Bayern, und hier können sich die gewählten Repräsentanten des Volkes irgendwie nicht ganz entscheiden, was sie jetzt mit dem Ladenschluss machen sollen.

So lassen, wie es jetzt ist? Das klang ja vor zwei Tagen noch so, als würde es feststehen. Aber die Diskussion geht scheinbar weiter.

Und dabei bin ich mir selbst noch nicht mal sicher, was ich jetzt besser fände. Einkaufen bis 22 Uhr? Ich schaffs eigentlich auch vorher… normalerweise. Manchmal gibt es aber auch den Tag, an dem man sich um halb neun denkt, “jetzt brauch ich noch was” - aber wer fährt dann noch zur Tanke? Mal ganz abgesehen von den Preisen.

Was haben wir eigentlich gemacht, als die Geschäfte unter der Woche nur bis 18 Uhr offen hatten?

*Ironie an*
War damals nicht alles besser?
*Ironie aus*

Ich kann mir halt schwer vorstellen, dass Geschäfte, die länger öffnen, auch mehr umsetzen. Zumindest, wenn es in der Umgebung mehrere Geschäfte gibt, die gleich lang offen haben.

Mal sehen, was die Berliner da für Erfahrungen sammeln. Die dürfen nämlich bald Montags bis Samstags rund um die Uhr shoppen. Aber ob sie das auch wollen?

Bundesnachrichtendienst

Oh mein Gott, unsere große Koalition hat ihr erstes Problem: Waren BND-Agenten im letzten (andauernden) Irak-Krieg um was weiß ich was zu tun?
An dieser Frage sieht man mal wieder, dass Politik hauptsächlich aus großem Profiliergehabe besteht.
Ich würde ja gerne mal ne Umfrage sehen, mit dem Thema: Interessiert Sie, ob deutsche BNDler aktiv am Irak-Krieg mitgewirkt haben?

Vermutlich wäre sowohl die Resonanz als auch das Ergebnis eindeutig: Nein.

Aber jetzt brauchen wir natürlich dringend einen Untersuchungsausschuss, weil die Grünen davon natürlich absolut nichts wussten und auch nichts damit zu tun haben wollen.
Und der FDP ist es vermutlich eigentlich auch egal, aber ich schätze die würden im Moment alles tun um der Union an Bein zu pinkeln…
Ach, jetzt schreib ich mal wieder über Politik und dann passiert sowas mit meinem Niveau… *kopfschüttel*

Bush spielt Risiko

Wie u.a. der New Yorker berichtet, und was sich auch immer mehr verdichtet, bereitet die amerikanische Regierung wohl eine militärische Infiltration des Iran vor.
Was ich schon wusste war, dass der Iran direkt östlich vom Irak liegt. Wie sicher die meisten wissen, haben die Amerikaner dort ne Menge Soldaten stationiert.
Wie ich aber gerade in meinem guten alten Diercke Weltatlas festgestellt habe, liegt direkt östlich vom Iran Afghanistan.
Wie praktisch muss das sein, den Iran von zwei Seiten “in die Zange” nehmen zu können.
Bei Risiko macht man das ähnlich. Erobern Sie Nordamerika, Asien und einen dritten Kontinent ihrer Wahl. Juhu, Nordamerika gehört mir schon! Weiter…
Wenn also der Iran auch unter amerikanischem Einfluss steht, könnte man nach Süden ziehen - da warten aber nur die Freunde in Saudi Arabien, oder nach Norden - da liegt dann schon Russland. Oder östlich von Afghanistan, da liegt dann schon fast China. Zählt Bush das nicht auch zur “Achse des Bösen”?

Starker Tobak hier, ich weiß.
Aber welcher Kontinent ist der dritte?

Wie kann man nur…

…die ganze Zeit so einen Mist reden?

Als ich in meiner heutigen Sensorik-Vorlesung durch die aktuelle Ausgabe des “UNICUM” (Januar 2005) blätterte, fiel mir ein Interview mit Tocotronic-Chefdenker (So UNICUM) Dirk von Lowtzow ins Auge.
Nicht dass ich mich für deren Musik interessieren würde, aber ich habs halt mal gelesen.

Er weiß eigentlich gar nicht, was er will. Zumindest kann man den Eindruck leicht gewinnen. Da erzählt er was davon, dass “rocken” widerlich ist, dass es ihm auf der letzten Tour aber doch selbst Spaß gemacht hat.
Außerdem hält er deutsche Texte in Rock- und Popmusik für spießig und Heimatduselei… Aber Englisch scheint seiner Meinung nach okay zu sein. Ist ja nicht spießig. Oder doch? Warum soll es spießig sein, in seiner Muttersprache zu singen?

Die schlimmste Aussage war meiner Meinung nach aber, dass Patriotismus gefährlich ist, weil er schnell in Nationalismus umschlägt.
Meint er das ernst?
Was haben wir denn davon, wenn niemand patriotisch ist? Ich denke mal, Patriotismus fängt im kleinen an - z.B. in der Arbeit.
Wer seinen Arbeitgeber selbst schlechtredet ist demach nicht patriotisch, aber er tut sich damit selbst keinen Gefallen.

Und das tun wir momentan sowieso alle. Alles schlechtreden. Und wem hilfts? Richtig. Nicht mal der Opposition. Die reden sich ja gegenseitig schlecht und machen sich damit kaputt.

Also, bevor ihr immer nur Tocotronic-like rumjammert, packt lieber mal was an.
Und schämt euch nicht für ein wenig Patriotismus!

TV-Tipp

FahrenheitAlso, mach ich hier mal wieder ein wenig Propaganda… ;-)
Am 01.11.2004 zeigt ProSieben um 20:15 Michael Moore’s hervorragende Dokumentation Fahrenheit 9/11.
Das ist exakt ein Tag vor der Wahl des amerikanischen Präsidenten. Eigentlich sehr interessant, denn eigentlich bezieht der Sender ja eine ziemlich eindeutige politische Position.
Naja, egal. Jedenfalls hier mein erster TV-Tipp im Blog: Am 1. November unbedingt den Film schauen oder aufnehmen oder aufnehmen lassen oder die DVD kaufen oder…

Wahlen in den USA - Studenten unerwünscht ?!?

Grad dachte ich, mich trifft der Schlag. Ich hatte ja schon länger vor, was über die Präsidentschaftswahlen in den USA zu schreiben, aber das hier toppt alles:
Wie der UniSpiegel berichtet, haben Amerikanische Studenten erhebliche Probleme, sich für die Wahlen registrieren zu lassen.
Interessant daran ist, dass in Umfragen bei unter-30-jährigen ganz klar John Kerry vorn liegt.

Das erinnert doch schwer an die “Wahlen” von 2000, als z.B. in Florida Leute von der Wählerliste gestrichen wurden, deren Namen Ähnlichkeiten mit den Namen von Gefängnisinsassen hatten. (Nachzulesen in “Stupid White Men” von Michael Moore)

Jetzt mal im Ernst: Es muss doch den Amerikanern auch langsam in den Kopf gehen, dass George W. Bush nicht in der Lage ist, die Rolle als “mächtigster Mann der Welt” adäquat einzunehmen. Und der Rest der Welt kann sowieso nur zuschauen. Und nichts unternehmen, um ein Drama - wie es sich bereits vor vier Jahren ereignet hat - zu verhindern.